Grüne Bürgerliste der
Stadt und Verbandsgemeinde Edenkoben GBE
Stadt und Verbandsgemeinde Edenkoben GBE
Haushaltsrede im Stadtrat der Stadt Edenkoben für den Haushalt 2009
24.03.2009
Grüne Bürgerliste Edenkoben
Vortragende: Andrea Klein
Sehr geehrter Herr Stadtbürgermeister,
sehr geehrte Kollegen,
meine sehr verehrten Bürgerinnen und Bürger,
zuerst möchte mich meinen Vorrednern anschließen und mich bei Herrn Lindenkreuz für das verständliche Zahlenwerk des Haushaltsplans für 2009 und für dessen Ausführungen bedanken.
Mein Dank gilt vor allen Dingen auch den Stadtratsmitgliedern und dem Herrn Bürgermeister für die bisherige, gute Zusammenarbeit.
Der Vorteil als Letztes zu sprechen besteht nun darin, dass bereits alles gesagt wurde. Ich werde versuchen auf Wiederholungen zu verzichten.
Auch in Bezug auf die Entwicklung des Schafplatzes und des Hotels Schaf kann ich mich nur lobend meinen Vorrednern anschließen.
Trotz zuversichtlicher Anfänge ist unser Schuldenstand sehr hoch.
Wir kommen in 2009 auf ein Saldo von Minus 1.663.322 €. Die Tilgung beträgt 362.708 €. Zusammen sind dies über 2 Mill € (2.026.030 €), die zwischenfinanziert werden müssen.
Weiterhin ist eine Kreditaufnahme von 1.663.122 € für geplante Investitionen erforderlich.
Der Schuldenstand wird Ende 2009 voraussichtlich 4.866.547,41 € betragen.
Die meisten Ausgaben sind durch die Stadt nicht beeinflussbar. So sind die Beträge für die Verbandsgemeindeumlage und der Kreisumlage stetig gestiegen.
Die Einnahmen über Steuern werden 2009 – außer der Hundesteuer – konjunkturabhängig sinken.
Ich möchte aus dem Haushalt nur einige wenige Punkte herausgreifen:
Die allgemeinen Energiekosten sind sehr hoch.
Alleine die Stromkosten für die Straßenbeleuchtung belaufen sich 119.000 €. Und tatsächlich ist Edenkoben nachts taghell beleuchtet.
Auch wenn die Standard-Spar-Maßnahmen wie z.B. das Umschalten der Straßenbeleuchtung auf Halbnachtschaltung ausgeschöpft sind, sehe ich hier langfristig Einsparpotential durch den Austausch der Lampen und Einsatz z.B. von LED-Leuchtmitteln.
Die Heizkosten für Gas belaufen sich auf 44.400 €. Tendenz weiter steigend. Dabei sind die städtischen Gebäude energetisch auf einem schlechten Stand.
Der Bauhof hat Heizkosten von 9000 €. Dank der eingebauten Sektionaltore wird hier hoffentlich bereits eine gewisse Energieeinsparung erreicht werden.
Kesseltausch oder Dachreperatur stehen aber noch an.
Wird bei einem neuen Kessel statt eines Gasgeräts ein Holzvergaserkessel eingesetzt, würden Energiekosten - Holz statt Gas - in Höhe von 2600 € anfallen. Dies bedeutet eine Einsparung von 6.300 € gegenüber den veranschlagten 9000 €.
Hierzu stellen wir einen Haushaltsbegleitantrag, den mein Kollege näher erläutern wird.
Im Zuge einer Dachreperatur sollte geprüft werden, ob eine PV-Anlage, mit regelmäßigen Einnahmen für die Stadt, iinstalliert werden kann.
Gewisse Überlegungen sind hier bereits geschehen, die allerdings nicht weiter verfolgt wurden.
Dank des Komjunkturpakets 2 kann der prot. KiGa bei einer energ. Sanierung von 100.000 € Investitionssumme einen Zuschuss von 80% erhalten.
Das Lehndorff-Gebäude – Weinstr. 61- soll für 600.000 € saniert werden.
Die Planung wurde im Herbst vorgestellt, in der Hoffnung dass das Gebäude mit Bauantrag besser vermarktet werden kann. Dass die Stadt nun selbst umbaut, halte ich für absolut sinnvoll.
Ein marodes Gebäude, das modernisiert wird, kann in der Regel nur gewinnbringend verkauft werden. Vorausgesetzt das Konzept stimmt.
Und hier würde ich die Zeit am liebsten um ein halbes Jahr zurückdrehen, weil wir der Meinung sind, es wurde zu übereilt gehandelt.
Wir sind der Meinung, dass sich eine Wohnung mit 140 m² und Blick auf das Hochhaus schwer vermarkten lässt. Bei einem Preis von 2000 €/qm Wohnfläche müsste diese 280.000 € kosten. Hier müssen wir das karierte Maiglöckchen finden oder das Konzept ändern.
Auch die geplanten Geschäfte mit Passage halten wir für schwer vermietbar, denn es stehen genügend Geschäfte in der Nachbarschaft leer. Gegenüber diesen -in baulich schlechtem Zustand befindlichen Räumlichkeiten- müssten wir sogar eine höhere Ladenmiete verlangen.
Ich verweise auf die bisher vergeblichen Bemühungen, einen Markt auf dem Gelände Unterstadt/Tanzstraße anzusiedeln.
In Edenkoben fehlt es an Lokalitäten. Ein Bistro oder ein kleines Lokal, oder eine Weinstube, in der alle Edenkobener Winzer Ihre Weine ausstellen, sucht man vergeblich.
Dagegen ist der Bedarf an weiterer Gastronomie sehr hoch. Im Lehndorff-Gebäude könnten z. B. zwei kleine Lokale entstehen, durch eine Passage getrennt.
Oder auch ein großes Lokal.
St. Martin setzt auf Weinstuben und Gaststätten. Deren Konzept zu einer funktionierenden Tourismusgemeinde ging auf. Dort wird Leben und Geselligkeit in das Dorf gebracht und hört nicht um 19.00 Uhr oder am Wochenende auf.
Wir halten es für falsch, wenn bei einer Investitionssumme von 600.000 € an der bestehenden Planung festgehalten wird. Dies ist auch der Grund, warum wir den Haushalt ablehnen werden (Es sei denn der Bürgermeister hat das karierte Maiglöckchen in der Tasche)
Wer dem Argument folgt, am Schafplatz entstünden ja genügend neue Lokale, vergisst zwei Dinge:
1) Konkurrenz belebt das Geschäft, den Vorteil hätten die Edenkobener und Ihre Gäste
2) Es wird aber auch oft vergessen, dass unser Stadtzentrum sich nicht auf den Schafplatz und die Tanzstraße beschränkt, sondern auch den Ludwigsplatz bis zum goldenen Eck einschließt. Hier könnte ein richtiges Konzept im Lehndorffgebäude einen Lückenschluss bilden.
Ich danke Ihnen.
Vortragender: Bernd Haunstetter
Sehr geehrter Herr Kastner,
sehr geehrte Stadtratsmitglieder,
wie meine Kollegin Frau Klein bereits erwähnt hat, kann beim Einbau eines Holzvergaserkessels mit Pufferspeicher eine Kostenersparnis von
5939.-- € jährlich erzielt werden.
Ich will Ihnen nun die von Frau Klein angekündigten Erläuterungen zu dieser von uns errechneten Kostenersparnis geben:
Grundlagen unserer Berechnungen sind der Heizwert je Raummeter der verschiednen Brennstoffe, wie sie im allgemeinen bei Wärmeeffizienzberechnungen angewandt werden.:
Buche Eiche u. Esche jeweils 2100Kilowattstunden pro Raummeter die anderen Holzarten kann man aus der Tabelle ersehen.
Somit ergibt sich folgendes Bild: (siehe unten stehende Tabelle)
Brennstoff |
Heizwert je Raummeter cm3 |
Heizwert je Kilogramm |
Buche |
2.100 kWh |
4,2 kWh |
Eiche |
2.100 kWh |
4,2 kWh |
Esche |
2.100 kWh |
4,1 kWh |
Birke |
1.900 kWh |
4,3 kWh |
Erle |
1.500 kWh |
4,1 kWh |
Pappel |
1.200 kWh |
4,1 kWh |
Laubholz Im Durchschnitt |
2.100 kWh |
4,2 kWh |
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Fichte |
1.600 kWh |
4,4 kWh |
Kiefer |
1.600 kWh |
4,4 kWh |
Douglasie |
1.700 kWh |
4,4 kWh |
Nadelholz Im Durchschnitt |
1.600 kWh |
4,4 kWh |
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Erdgas |
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Anmerkung zur Tabelle:
Die Werte für den Brennstoff Holz gelten für Brennholz mit einer Restfeuchte unter 20%.
Hölzer mit höherer Luftfeuchtigkeit scheiden aus, weil damit Energie verschwendet wird und auch die Wahrscheinlichkeit der Versottung des Schornsteines sich deutlich erhöht.
Vergleicht man nun Anschaffungskosten und Betriebskosten zwischen Gasheizung und der Heizung mit einem Holzvergaserheizkessel so ergibt sich folgendes Bild: (siehe unten stehende Tabelle)
Gas 7cent pro Kilowattstunde bei 128571Kilowattstunden Verbrauch 9000€
Holz 2,3cent pro Kilowattstunde bei 128751 Kilowattstunden Verbrauch 3061€
Ergibt eine Kostenersparnis von 5939€
Betriebsart |
Heizwert |
Verbrauch |
Kosten /kWh |
Kosten |
Gas |
10 kWh/m3 |
128571 kWh/2009 |
0.07 €/m3 |
9000.-- |
Holz |
2100 kWh/m3 |
128571 KWh |
0.023 €/m3 |
3061.-- |
Dabei ergibt sich eine Kostenersparnis von 9000.--€ - 3061.-- € = 5939.-- €
Den Berechnungen zu Grunde gelegt wurde ein Holzpreis für ofenfertiges Brennholz zum Preis von 50.--€/Ster.
Die Mehrkosten für einen Holzvergaserkesselanlage von 6241.--€, wie in nachfolgender Aufstellung errechnet, hätten sich somit in gut zwei Jahren amortisiert.
Kostenerstellung:
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Holzvergaserkessel |
8615.-- |
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Pufferspeicher 2x |
3776.-- |
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Warmwasserspeicher |
755.-- |
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Zuschuss |
- 1150.-- |
11996.-- € |
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Gaskessel |
5000.-- |
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Warmwasserspeicher |
755.-- |
5755.-- |
6241.-- |
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Die Beschickung des Holzvergaserkessels könnte
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zum Teil durch unbehandelte Abfallhölzer
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durch Abfallholz aus Wald- und Flurpflege
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durch Hölzer aus unseren eigenen Wäldern verwerten, die im eigenen Bauhof zugerichtet werden könnten, erfolgen.
Somit kann eine gesteigerte Abhängigkeit von zugekauften Rohstoffen gewonnen und außerdem durch Zugriff auf nachwachsende, CO2 - neutrale Rohstoffe ein weiterer Beitrag zu Schonung und Schutz unserer Umwelt geleistet werden, eine Tatsache, die einer auf Tourismus erpichten und auch den Tourismus als nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor kalkulierenden Stadt nicht übel ansteht.
Mit freundlichem Gruß
A. Klein, B. Haunstetter